meine Geschichte

In meiner Kindheit und Jugend war ich immer eher zurückhaltend, beobachtend und habe gerne mal meine kleine, aber mutigere Schwester vorgeschickt. Als ich dann plötzlich verkündigte, dass ich nach meinem Abitur für 1 Jahr in den USA leben und dort als Au Pair arbeiten möchte, waren alle in meinem Umfeld baff – irgendwie verständlich. Bis zu meinem Abflug, hatte niemand wirklich geglaubt, dass ich ins Flugzeug steigen werde. Falsch gedacht! Weg war ich, am Ende sogar für ganze 2 Jahre. Ich weiß nicht, was mich genau dazu veranlasst hatte, aber meine Komfortzone zu verlassen, war das Beste, was mir passieren konnte. Nach meiner Zeit in den USA – mit all ihren Höhen und Tiefen – kam ich zurück nach Deutschland als ein neuer Mensch und mit einem neuen Studiumwunsch: Psychologie.  

Während meiner Studienzeit gab es ein weiteres Ereignis, von dem ich euch hier gerne erzähle möchte, da es mein Leben und Denken komplett verändert hat: Ich kann mich noch ganz genau an den Tag erinnern, an dem ich mit einer Freundin durch das sonnige Kopenhagen geschlendert bin, mit meiner Kamera in der einen Hand und einem überteuerten Kaffee in der anderen Hand und mir ein Zitat ins Auge gefallen ist. Es lautete „not pursuing your dreams is a violation again those who cannot even dare to dream“. Also, grob übersetzt: seine Träume nicht zu verfolgen ist ein Verstoß denen gegenüber, die es noch nicht mal wagen können, zu träumen.

Natürlich hatte ich, wie wahrscheinlich jeder von uns, Ziele und Träume, aber bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht realisiert, dass mir die Welt wirklich – ich meine, wirklich – offensteht und es ganz allein an mir liegt, inwiefern ich diese Chance nutze. Es liegt ganz allein an mir, das Unmögliche möglich zu machen, Chancen wahrzunehmen, an mich zu glauben und für meine Träume zu arbeiten – oder halt irgendwann da zu sitzen und zu denken „was wäre gewesen, wenn?“.

Ich war eine der glücklichen Studenten, die ganz genau wussten, in welche Richtung es für sie nach dem Bachelor gehen sollte und nach meinem kleinen „Kopenhagen-Gehirnwäsche-Vorfall“, hatte ich einen Plan. Dazu kam noch, dass ich seit meiner Zeit in den USA unendliches Fernweh hatte. Ich wollte wieder raus, die große weite Welt weiter entdecken und ertappte mich immer wieder dabei, wie ich nach Flügen und neuen Reisezielen suchte, anstatt für die anstehende Klausur zu lernen. Um sowohl meine beruflichen Ziele zu verfolgen, als auch meiner Leidenschaft für das Reisen nachgehen zu können, habe ich angefangen neben meinem Vollzeitstudium 20 h/Woche zu arbeiten. Dies ermöglichte mir, in den Semesterferien Auslandspraktika in Australien und England zu absolvieren und, wenn ich mal gerade nicht gearbeitet, studiert oder Praktika gemacht habe, die Welt zu bereisen. Während meines Bachelorstudiums war ich unter anderem in Brasilien, Neuseeland, England, Australien, auf den Philippinen und in Island. Aber wisst ihr, was das Beste daran war? Ich habe mir jede einzelne Reise und die Aufenthalte für längere Auslandspraktika komplett selbst erarbeitet – ein tolles Gefühl.

Im 2. Bachelorsemester habe ich dann von dem Masterprogramm der Lund University in Schweden gelesen und wusste sofort, dass ich dort mein Masterstudium absolvieren wollte. Ich wusste aber auch, dass sich meine Leistungen drastisch verbessern mussten, um auch nur die geringste Chance zu haben, einen der 35 begehrten Plätze ergattern zu können. Naja, ratet mal, wo ich gerade studiere? Es ist alles möglich…