8 winterliche Abenteuer im finnischen Lappland – ein persönlicher Reisebericht

Völlig überwältigt von den Eindrücken, die wir ganz im Norden von Norwegen den Tag über sammeln durften, saßen wir erschöpft, aber unendlich glücklich im Bus zurück Richtung Finnland. Ich grinste so vor mich hin und konnte es noch gar nicht fassen, dass ich wirklich im arktischen Meer schwimmen war (okay, ich bin reingerannt, habe einmal laut geschrien, und bin dann wieder rausgerannt). Jon Henrik sang im Hintergrund „hey ah no yo na no yo“ und es war einfach alles perfekt. Verträumt schaute ich aus dem Busfenster und konnte erst gar nicht glauben, was ich sah: Nordlichter, überall Nordlichter.

Bevor ich jetzt ganz von vorne beginne, empfehle ich euch, für das ultimative Lappland-Feeling während des Lesens meines Blogposts, das Lied „Daniel’s jojk“ von Jon Henrik im Hintergrund laufen zu lassen. Wir haben das Lied immer im Bus in Lappland gehört und schon die ersten Sekunden dieses Liedes lösen unbeschreibliche Emotionen in mir aus. Irgendwie kann ich immer noch nicht so ganz fassen, dass ich das alles erlebt habe … und vor allem, dass ich meinen Geburtstag an so einem einzigartigen Fleckchen Erde feiern durfte.

Saariselkä, Finnland
Saariselkä, Finnland
1. Helsinki, 2. Kemi, 3. Rovaniemi, 4. Saariselkä & 5. Bugøynes

So, jetzt aber wirklich von vorne: Am Montagabend (19.03.2018) startete unser Lapplandabenteuer von Helsinki aus. Mit dem Bus ging es für ganze 16 Stunden (reine Fahrzeit) immer gen Norden. Auch, wenn die lange Busfahrt echt alles andere als bequem war, hat sich jede Minute gelohnt. Als wir aufwachten (falls man das so nennen kann, wenn man die ganze Nacht in einer Art Viertelschlaf verbracht hat), befanden wir uns schon mitten im Winter Wonderland. 

SNOW CASTLE IN KEMI UND SANTA CLAUS VILLAGE IN ROVANIEMI

Der erste Stopp auf dem Weg zu unserem Ziel Saariselkä im finnischen Lappland war die „Snow Castle“ in Kemi. Wie der Name es schon verrät, war dort alles aus Schnee gebaut. Nach einem heißen Saft im „Schneecafé“ (keine Ahnung, was das genau war, war aber lecker) ging es dann auch schon weiter zum „Santa Claus Village“ nach Rovaniemi. Dort haben wir ein wenig mit dem „echten“ Santa Claus gequatscht und die schöne Landschaft genossen. Auch, wenn mir Santa Claus Village ein wenig zu touristisch und kitschig war, lebt dort der kindliche Glaube an den Weihnachtsmann wieder auf. Er sieht einfach aus, wie man sich ihn immer vorgestellt hat :). Als wir am Dienstagabend dann endlich in Saariselkä (ca. 1100 km von Helsinki entfernt) angekommen sind, haben wir nach einer kleinen Jagd nach den Nordlichtern nur noch unsere Hütten bezogen und sind ins Bett gefallen.

Santa Claus Village
Santa Claus Village

Huskyschlitten fahren und Besuch auf der Rentierfarm 

Die ersten Minuten meines Geburtstages am Mittwochmorgen verbrachte ich mit einer Tasse Kaffee eingekuschelt auf unserer Terrasse. Ich habe mein Leben eine Runde gefeiert und die Schneelandschaft und die absolute Stille in vollen Zügen genossen… bis meine Mama mich bei Facetime angerufen hat :). Nach dem Frühstück ging es dann zu einem der Highlights der Reise: Huskyschlitten fahren. Es war unglaublich toll und wir durften den Schlitten sogar ganz alleine lenken. Was für ein Erlebnis! Falls es euch mal ganz in den Norden verschlägt, kann ich es euch eine Huskyschlittenfahrt von Herzen empfehlen. Nachmittags besuchten wir dann noch eine Rentierfarm wo wir vor einem knisternden Feuer einiges über diese wunderschönen Tiere und die samische Kultur (die Kultur der „Lappen“) lernten und Rentierschlitten fuhren. Ja, was soll ich sagen? Ein perfekter Geburtstag an einem sehr besonderen Ort!

Tagesausflug nach Norwegen und Schwimmen im Arktischen Meer

Am Donnerstagmorgen ging es dann in aller Frühe Richtung Bugøynes in Norwegen. Auch, wenn man es sich nur schwer vorstellen kann, aber dieses kleine Städtchen liegt nochmal 300 km nördlich von Saariselkä (viel weiter nördlicher geht es dann aber wirklich nicht mehr). Die Busfahrt verlief zunächst ziemlich ereignislos bis der Bus plötzlich von der Fahrbahn rutschte und erst im Tiefschnee zum Stehen kam. Ich sag es euch, danach waren wir alle hellwach. Zum Glück ist aber keinem von uns etwas passiert und wir konnten den schiefstehenden Bus nach einer kleinen Schneeräumaktion durch den Notausgang verlassen. Wir wurden dann von einem anderen Bus eingesammelt und unser Bus musste von einem riesigen Traktor aus dem Tiefschnee gezogen werden. Die finnischen Busfahrer wissen auf jeden Fall, wie man ein wenig Action in eine sonst eher langweilige Busfahrt bringt :). Als wir dann mit einigen Stunden Verspätung in Bugøynes angekommen sind, hatten wir die Möglichkeit nach einem ausgiebigen Saunabesuch im arktischen Meer schwimmen zu gehen (ein Beweisfoto von mir im arktischen Meer gibt es übrigens hier). Scheiße, war das kalt! Aber hey, man lebt nur einmal! 

Völlig überwältigt von den Eindrücken … ach ja, den Teil kennt ihr ja schon. Im Nachhinein haben wir übrigens erfahren, dass wir unglaubliches Glück hatten und die Nordlichter in dieser Intensität und Vielseitigkeit nur etwa 5-mal pro Jahr am Himmel tanzen. Ich gebe es nur ungerne zu, aber mir laufen gerade beim Schreiben dieses Blogposts (im Hintergrund läuft das Lappland-Lied, was auch sonst?) schon wieder die Tränen über das Gesicht. Was für Emotionen!

Nordlichter, Saariselkä, Finnland
Unsere Cottages in Saariselkä, Finnland

Langlauf und Schneeschuh Safari

Am Freitagmorgen stand Cross-Country Skiing mit anschließendem Saunabesuch auf dem Programm. Ja, was soll ich sagen? Der Saunapart war definitiv mein Favorit. Nur so als kleiner Einblick: alle haben es geschafft in der Spur zu bleiben als es bergab ging, außer mir natürlich. Ich bin schön mit dem Gesicht zuerst in den Tiefschnee gebrettert. Also, Freunde, Cross-Country Skiing kann ich… nicht :). Abends haben wir uns dann tennisschlägerartige Gestelle unter unsere Schuhe geklemmt und es ging auf Schneeschuh Safari im einen der größten Nationalparks Europas. Die Schuhe erlauben es einem durch den Tiefschnee zu laufen und nicht, bzw. nicht so tief, einzusinken. Da war ich dann wieder ganz in meinem Element. Es hat so viel Spaß gemacht und es war toll mal wieder so richtig in der Natur zu sein.  Kann ich euch nur empfehlen!

Wie sagt man so schön? Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Und so war es dann auch. Den Samstag hatten wir dann zur freien Verfügung. Ich habe noch ein paar Erinnerungsfotos geschossen – hatte ja schließlich noch nicht genug 🙂 – und habe mich mit einem Buch und einem Tee in ein „Outdoor Café“ gesetzt und die letzten Stunden im Winter Wonderland genossen, bevor wir nachmittags dann wieder die 16 stündige Busfahrt Richtung Helsinki angetreten haben.

Saariselkä, Finnland
Saariselkä, Finnland

Der gesamte Trip ab Helsinki war organisiert von timetravels.fi. Falls euch die Einzelheiten (Preise etc. – übrigens sehr studentenfreundlich!) interessieren, schaut doch mal auf deren Homepage vorbei. Ich kann euch den Lappland Trip mit timetravels/ESN Lappland Trip auf jeden Fall von Herzen empfehlen. Wir hatten eine unvergessliche Zeit in Lappland und ja, was soll ich sagen? Ich möchte einfach nur zurück!! Und bevor es jetzt zu Verwirrung kommt, ich habe wie jeder andere auch für diesen Trip bezahlt. Wenn ich nicht zu 100% von timetravels überzeugt wäre, hätte ich sie gar nicht in diesem Blogpost erwähnt 🙂

Hier nochmal alle 8 Abenteuer, die man im finnischen Lappland erleben kann auf einen Blick:

Snow Castle in Kemi

Santa Claus Village in Rovaniemi

Husky Schlittenfahrt

– Besuch einer Rentierfarm

– Ausflug in die norwegischen Fjorde (z.B. nach Bugøynes)

Schneeschuh Safari

Cross Country Skiing (Langlauf)

Schneemobil fahren (das habe ich selbst nicht ausprobiert, aber ich habe von meinen Mitreisenden gehört, dass es sehr viel Spaß macht!)

und ansonsten: in einer finnischen Sauna schwitzen, Nordlichter mit Gänsehaut am ganzen Körper beobachten, traditionell finnische Köstlichkeiten probieren, Schneeflocken bewundern und einfach das Winter Wonderland genießen. 

Schaut auch unbedingt mal bei FinnTouch.de vorbei. Wie es der Name des Blogs schon verrät, dreht sich dort alles um das wunderschöne Finnland. Ihr findet auf FinnTouch.de nicht nur weitere Finnland Reiseinspirationen, sondern auch u.a. einen Einblick in die finnische Kultur, die Leute und das Land an sich – vorbeischauen lohnt sich 🙂



2 thoughts on “8 winterliche Abenteuer im finnischen Lappland – ein persönlicher Reisebericht”

    • Du sagst es! So ein wunderschönes Fleckchen Erde 🙂 Welche Aktivität hat Dir denn am besten gefallen?
      Und vielen lieben Dank für dein Kompliment! Das bedeutet mir sehr viel 🙂

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